Was ist eigentlich Website-Testing?

Christopher Meil, 23.11.2007

Beim Website-Testing geht es vor allem darum die Website oder Elemente einer Website zu verbessern. Dies geschieht durch Einsatz von Tests und der nachfolgenden Anpassung der gefunden Schwachstellen oder Ausschöpfung der entdeckten Optimierungsmöglichkeiten. Grundsätzlich gibt es beim Website Testing in Anlehnung an die Marktforschung zwei unterschiedliche Testansätze

  1. quantitatives Testen
  2. qualitatives Testen

--------------------------------------- 1. Das quantitative Website-Testen ---------------------------------------

Hier geht es vor allem darum Hypothesen zu verifizieren und zu messen. Es wird die zahlenmäßige Ausprägung eines odere mehrerer bestimmter Merkmale gemessen. Die Ergebnisse werden dann auf die Grundgesamtheit generalisiert. Beim quantitativen Test wird versucht eine möglichst große Stichprobe aus dem gesamten Spektrum der Zielgruppe zu erreichen. Eingesetzte Methoden für das quantitative Website-Testing sind A/B-Test, Multilevel- und Mulitivariate Tests

Beispiel Formulartest

Eine beispielhafte Fragestellung für einen quantitativen Onlinetest könnte z.B. sein: Welcher Text auf dem Absendebutton des Registrierungsformulares führt zu mehr Registrierungen? Hier könnte nun z.B. mit Hilfe eines A/B-Tests beim jedem Aufruf des Formulares eine andere Text-Version auf dem Absendebutton eingespielt werden. D.h beim einen Aufruf erscheint der Button mit dem bisherigen Text z.B. „Angebot anfordern“ und beim nächsten Aufruf der Button mit dem neuen Text z.B. „Jetzt unverbindlich Angebot anfordern“ Am Ende des Tests wird dann ausgewertet, mit welchem Button die meisten Registrierungen erreicht wurden

Einsatzgebiete quantitatives Website-Testen

Das quantitative Website-Testen eignet sich vor allem für das Optimieren und Weiterentwickeln von bestehenden Websites oder Website-Elementen. Damit geht es in Richtung Website-Evolution d.h. vorteilhafte Merkmale werden durch das Testen herausgearbeitet und setzen sich langfristig durch. Ähnlich wie beim Testen im Direktmarketing geht es häufig darum die Response also z.B. die Anzahl der Formulausfüller zu erhöhen. Bei diesem Einsatz im vermarktungsorientierten Testfeld spielt das quantitative Testen seine größte Stärke aus. So werden bei diesem Testing einzelne oder mehrere Elemente versuchsweise verändert, welche direkt am Vermarktungsprozess beteiligt sind. Denn erfolgreiche Test mit resultierenden Verbesserungen machen sich sofort in Mehrverkäufen oder Mehrerlösen also in barer Münze bemerkbar. Es wird z.B. eine Suchmaschinen-Anzeige mit unterschiedlichen Texten geschaltet oder bei einem Lead-Generierungs-Formular wird mit verschiedenfarbigen Absendebuttons experimentiert

Onlinekanal & quantitatives Testen ein unschlagbares Team

Gerade der Onlinekanal liefert zwei unschlagbare Vorteile

  • Geringe bis keine Produktions/Änderungskosten
  • Direkte und messbare Reaktionen

Produktion und Änderung im Onlineumfeld erfordern aufgrund der Digitalisierung im Gegensatz zun den Offlinekanälen deutlich geringere Produktionkosten (z.B. keine Druckkosten). Zudem bringt der der Onlinkanal mit der Logfileschreibung von Hause aus eine Erfolgsmessung schon seit Anbegin mit. In Verbindung mit dem quantitativen Testen wird hieraus ein unschlagbares Team

Vergleich Responsetest Online und Offline

Wird wie im oben gezeigten Beispiel durch den unterschiedlichen Buttontext des Registrierungsformulars ein einfacher Test des Responseelementes durchgeführt bedarf es hierzu nur einen geringen Aufwand. Es werden zwei Versionen der Formularwebseite erstellt, wobei letzendlich nur der Button angepasst werden muss. Einmal mit Originaltext und einmal mit dem veränderten Text. Für die wechselseitige Ausspielung kann bei diesem A/B-Test-Szenario mit einer einfachen Softwareweiche gearbeitet werden. Diese verteilt in Echtzeit die Anfragen wechselseitig auf die Variante A oder B. Je nach Anzahl der Websitebesucher sind bereits in weniger als ein paar Stunden statistisch ausreichende Messdaten generiert und das Ergebnis steht fest. Vergleicht man nun einen Test des Responeselementes im Offline-Direktmarekting stellt sich der Aufwand um ein vielfaches höher dar. Es müssen zwei Unterschiedliche Briefversionen gedruckt werden, der Adressbestand ist im Vorfeld in zwei Testgruppen zu unterteilen und der Versand an die beiden Testgruppen muss koordiniert werden. Zudem ist das Ergebnis meist erst nach einigen Tagen ermittelbar, wenn eine ausreichende Anzahl an Antworten eingetroffen ist

Quantitatives Testing als Quelle ständiger Verbesserung

Das quanatitative Website-Testing bietet aus meiner Sicht vor allem auch die Chance einfach und schnell einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP) zu installieren. Beim KVP wird statt in großen Schritten aufwändige Veränderungen vorzunehmen, versucht durch kleine, einfache und stetige Veränderungen sich permanent zu verbessern. Über die Zeit ergibt sich dann in der Summe große Optimierungfortschritte.Geschichtlich gesehen begründet sich ein Großteil des Erfolges von Toyota auf dem KVP-Prinzip. Toyota hatte in den 80er Jahren damals eine quasi-Revolution in der Autiondustrie mit diesem Prinzip hervorgerufen. Nutzen Sie das KVP-Prinzip und testen und optimieren Sie mit dem einfachen und schnellen quantitativen Website-Tesings Ihre Onlineaktivitäten


--------------------------------------- 2. Das Qualitative Website-Testen ---------------------------------------

Diese Art des Onlinetesting ist vor allem durch das Usability Testing bekannt. Hier geht es in erster Linie darum herauszufinden wie die Nutzer den Besuch einer Website erleben oder warum sie sich in einer bestimmten Art und Weise verhalten. Es werden also subjektive Daten wie Bedürfnisse, Meinungsbilder, Verhaltensweisen und Entscheidungsstrukturen erhoben. Die Erhebung erfolgt mit Hilfe von Befragungs- und Beobachtungsmethodiken. Die Beobachtungen dienen der Erfassung sinnlicher Wahrnehmungen. Realisiert wird dies mit Blickregistrierung über Augenbeobachtungskameras, Messungen von Kopfbewegungen und Ermittlung von Hautwiederständen. Im Vergleich zum quantitativen Testing zeichnet sich der qualitative Ansazt durch größere Flexibilität und Offenheit auf. Meist gibt es einen groben thematischen Leitfaden für die Erhebung aber Einzelaussagen und indivuduelle Verhalten fließen auch bewusst in die Auswertung mit ein. Auch bei der Stichprobenbildung zeigt sich der Unterschied in Richtigung Individualität: Bei der qualitativen Website-Erhebung werden die Probanden aus einer kleinen Gruppe für den Untersuchungsgegenstand typischen Vertretern ausgewählt

Aufgabenfelder des qualitativen Website-Testing

Der qualitative Ansatz eignet sich vor allem zur Erkundung von Ursachen, Ermittlung von Verbesserungsvorschlägen, Erstellung von Typologisierungen bezogen auf die Zielgruppen oder zur Ideengenerierung. Somit kommt dieses Verfahren besonders innerhalb der Stufe des Entwicklungsprozesses zum Einsatz. So werden Beispielsweise qualitative Testings mit Usability-Tests in Bereich der Website-Erstellung oder Re-Designprozessen durchgeführt. Probanden werden dann vor die Aufgabe gestellt an einer Beta-Version oder Klick-Dummies bestimmte Aktion auszuführen, die sie später auch so oder in ähnlicher Form in der Realität ausführen würden

„Warum und Wie-Erkundung“ ist höherer Aufwand

Das quantitativen Website-Testing kann z.B. mit einfachen A/B-Test schnell und aufwandsgering Ergebnisse zur Fragestellung „was und wie häufig“ liefern. Demgegenüber steht die „Warum und Wie-Erkundung“ mit dem explorativen und forschenden aber auch aufwändigeren Ansatz des qualitativen Website-Testing. Hier bedarf es einer Vielzahl von Aktivitäten zum Aufbau z.B. eines Usability-Tests: Auswahl der Probanden, Labororganisation und Einladung der Probanden, Erstellung des Testszenarios mit Fragekatalog, Bestimmung der Beobachter usw. Der hohe Aufwand rechnet sich aber gerade bei Entwicklungsprojekten, den werden im frühem Stadium Fehler entdeckt und die Nutzung optimiert macht sich das dann im späteren Echtbetrieb schnell wieder bezahlt. Deshalb spielt das qualitative Website-Testing seine volle Stärke vor allem bei Entwicklungs- oder größeren Veränderungsprojekten aus

Christopher Meil ist Onlinemarketing-Spezialist mit über 16 Jahren Erfahrung in digitalen Projekten & Prozessen. Er liebt es neue Methoden und Tools auszuprobieren. Abseits des digitalen schätzt er gutes Essen, spannende Bücher (Thriller) und liebt Wald & Natur.
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