AdWords vs Bing Ads - Microsoft holt (ganz langsam) auf

Stefanie Seitz, 12.06.2016

Warum man Bing Ads nicht vernachlässigen sollte

Wer braucht denn Bing? Das ist doch so der langsame Abklatsch von Google AdWords, der immer hinterherhinkt und selber nichts richtig kann, oder?

Bing kommt nicht besonders gut an. Ich muss zugeben, wenn es um Funktionen und Nutzerfreundlichkeit geht, dann ist Google tatsächlich noch weit voraus. Es macht mehr Spaß mit dem ausgefuchsten Google Adwords zu arbeiten, als mit dem noch etwas rudimentär wirkenden Bing.

Und außerdem sucht doch kein Mensch mit Bing .... oder?

Microsofts Suchmaschine wird im Momenent stark unterschätzt. Die Zeiten ändern sich langsam aber sicher. Immerhin liegen in den USA rund 31% Marktanteil bei Bing. In Europa sind es 2016 zwar nur 4%, aber das ist schon mehr als in den Jahren zuvor:

Bing-Marktanteil-US-Jan-2016

Quelle: Bing


Suchmaschinennutzung 2016

Suchmaschinennutzung_2016

Quelle: Statista


Was kann Bing, das Google nicht kann?

Bing bietet auch einige Funktionen, von denen wohl kaum jemand etwas weiß, die aber so gut sind, dass sie hier Erwähnung finden sollten:

1. Kampagneneinstellungen

Als erstes will ich das Augenmerk einmal auf die Bing Kampagneneinstellungen lenken – da geht so einiges.

Es gibt auch bei Bing die Standardeinstellungen wie Budget, Anzeigenauslieferung, und geografisches Targeting aber es gibt noch mehr.

Zum Beispiel kann man Gebotsanpassungen bezogen auf Alter und Geschlecht einstellen und das ist eine geniale Möglichkeit die Zielgruppe genauer anzusprechen und weniger Budget an die das falsche Segment zu vergeuden.

Bing_Kampagneneinstellungen

Außerdem ist es bei Bing schon möglich, Gebotsanpassung für Smartphones und Tablets getrennt abzugeben. Man kann zwar die Tablet-Gebote nicht um mehr als -20% verringern, trotzdem ist das schon ein sehr großer Vorteil für Konten und Kampagnen bei denen nachgewiesen wurde, dass über Tablets keine Conversions zustande kommen. Da könnte Google Adwords sich schon etwas abschauen.

tablet_smartphone_gebotsanpassungen

2. Anzeigengruppeneinstellungen

Wenn es um gutes Targeting geht, ist Bing Ads wirklich schon sehr ausgereift. Es gibt verschiedene Targeting Features auf Anzeigengruppenebene, die es ermöglichen, neben den Einstellungen auf Kampagnenebene auch noch folgendes einzurichten:

a) Anzeigenzeitplan

bing_anzeigenzeitplan


b) Gebotsanpassung nach demographischen Merkmalen

Gebotsanpassung_Demographisch


c)     Gebotsanpassung nach Gerätetyp – Smartphone/Tablet

Die Anpassungen nach demographischen Merkmalen und Geräten kann zwar auch auf Kampagnenebene vorgenommen werden, ist aber in manchen Fällen auch auf Anzeigengruppenebene sinnvoll.

Gebotsanpassung_Geraete

3. Anzeigen Erweiterungen

Mit Anzeigenerweiterungen kann man dafür sorgen, dass die eigenen Anzeigen besser wahrgenommen werden als die der Konkurrenz. Bing wartet in dieser Hinsicht mit einigen Möglichkeiten auf, die Google AdWords nicht in dieser Form bietet. Hier ein kurzer Überblick über die drei interessantesten Anzeigenerweitungen:

Anzeigen_Erweiterungen


a) Legendenerweiterungen

Hinter dem etwas nichtssagenden Begriff „Legendenerweiterungen“ steckt eigentlich nur das, was es in Google AdWords als Call-Outs gibt: Zusätzliche, nicht klickbare Texterweiterungen. 20 Legendenerweiterungen können jeder Kampagne und Anzeigengruppe zugeordnet sein. Damit die Legende angezeigt wird, müssen mindestens 2 Legenden mit einer Kampagne oder Anzeigengruppe verknüpft sein. Wie bei AdWords auch, werden die Legenden nicht immer angezeigt und das Anzeigenformat variiert.

Legendenerweiterung_Bing

b) Bilderweiterungen

Bing ermöglicht es seit Dezember letzen Jahres, zu den Textanzeigen noch ein Bild hinzuzufügen und damit die Aufmerksamkeit auf die Anzeige zu lenken. Ein hinzugefügtes Bild vergrößert die Darstellungsfläche und bietet einen anderen visuellen Reiz als reine Textanzeigen.

Bilderweiterung_Bing

Quelle: Bing

c) Bewertungserweiterungen

Die Bewertungserweiterung gibt es zwar auch bei Google AdWords, ich finde sie trotzdem an dieser Stelle erwähnenswert. Denn auch bei Bing Ads Anzeigen sind sie eine Möglichkeit sich mit einem Zitat stark vom Wettbewerb abzuheben.

Bewertungserweiterung_Bing

Was bringt die Zukunft?

1. Editor for Mac

Bis jetzt war, zum Leidwesen aller Mac Nutzer, der Bing Editor nicht auf Mac basierten Betriebsprogrammen verfügbar. Das soll sich dieses Jahr noch ändern. Bing hat einen Editor auch für den Mac geplant, der dieses Jahr noch rauskommen soll. Eine Betaversion gibt es für den englischen Sprachraum: http://advertise.bingads.microsoft.com/en-us/bing-ads-editor

2. Expanded Text Ads

Die neuen Google Expanded Text Ads sind gerade das große Thema in der PPC Community. Zum Glück hat Bing angekündigt, dass sich diese Änderungen auch auf Bing übertragen lassen. So wird dann die Eingabe der ETA in Bing aussehen:

Bing-ETA

Quelle: Searchengineland

3. Siri fragt Bing

Eigentlich suchen dann doch trotzdem fast alle mit Google, oder? Im Moment ist das tatsächlich richtig, aber es kommen Änderungen auf uns zu.

Das liegt vor allem daran, dass Siri in Zukunft auch auf dem Mac verfügbar sein wird. Ende 2016 kommt macOS „Sierra“ raus, und es ist dann für Nutzer möglich, direkt Fragen an Siri zu stellen und Antworten zu bekommen, die über die normale „Spotlight“ Suche hinausgehen. Und was ist das interessante daran? Google ist nicht als Suchmaschine im Hintergrund angelegt -   Siri greift auf Bing, Yelp und andere Anbieter zurück. Durch die praktische Sprachsteuerung, bei der es dem Nutzer tatsächlich relativ egal ist, wo die Info herkommt, Hauptsache sie stimmt, wird die Bedeutung von Bing demnächst möglicherweise stark zunehmen.

(http://searchengineland.com/siri-comes-to-mac-251713)

Fazit

Als Fazit lässt sich hier festhalten, dass es sich durchaus lohnt auch dem unscheinbaren Bing ein bisschen Aufmerksamkeit zu widmen und es nicht nur als Kopie des Adwords Kontos nebenher laufen zu lassen. Wir werden in Zukunft noch mehr von Bing hören und können schon jetzt die Vorteile guter PPC-Werbung über Bing für unsere Kunden nutzen!

Stefanie Seitz ist Online Marketing Consultant bei Optimeil und schreibt regelmäßig für den Testland-Blog. Sie ist Google Adwords Expertin und Conversionrate Spezialistin mit einer Leidenschaft für Verhaltenspsychologie, Neuromarketing und Datenanalyse.
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